Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher,
Die Historische Gesellschaft zu Nienburg e.V. ist eine gemeinnützige Organisation in der Stadt Nienburg/Weser im Bundesland Niedersachsen in Deutschland. Die Gesellschaft wurde am 15.11.2006 gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung zu dokumentieren und zu bewahren.
Bei uns erhalten Sie Informationen über bedeutende historische Ereignisse, Kultur und Kunst aus verschiedenen Zeitaltern und Regionen aus dem Landkreis Nienburg/Weser. Von der Antike bis zur Moderne finden Sie bei uns ein breites Spektrum an Themen, die für jeden Geschichtsinteressierten etwas zu bieten hat.
Begeben Sie sich mit uns gemeinsam auf eine unterhaltsame Entdeckungsreise durch die Geschichte.
Unser Ziel ist es, dass Sie nicht nur Wissen erlangen, sondern auch Freude am Lernen haben.
Entdecken Sie mit uns die Faszination der Geschichte!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
EINLADUNG ZUR NÄCHSTEN VERANSTALTUNG
Liebe Mitglieder,
liebe Freundinnen und Freunde der Historischen Gesellschaft,
Gerne möchten wir Sie auf eine ganz besondere Lesung aufmerksam machen - nicht nur für Bremen-Fans:
Auf Einladung der Historischen Gesellschaft zu Nienburg/Weser gastiert das Bremer Amateur Theater Ensemble, kurz BAT, am 24. Oktober mit einer Lesung in der Kreisstadt.
Thema: Bremen.Hafen.Meer.
Die Lesung beginnt um 16 Uhr im Gemeindehaus der Kirchengemeinde St. Michael in Nienburg, Martinsheidestraße 8. Der Eintritt ist kostenlos!
Hafen, Sehnsucht, Shanties. Fernweh, Abenteuer, Wind, salzige Luft, Freiheit, grenzenloser Horizont, Weite, Heimat. Diese Begriffe sind mehr als nur Worte, sie sind ein Gefühl, ein geflüstertes Versprechen. Die klassische und moderne Literatur hält einen reichen Schatz an kurzweiligen, spannenden, tragischen, albernen und ernsten Geschichten für all diejenigen bereit, die sich auf die literarische Schatzsuche wagen.
„Die Schauspieler:innen des BAT haben sich in die Untiefen des Meeres der Literatur geworfen und sind mit einem literarischen Schatz wieder aufgetaucht. Die Nienburger sind herzlich eingeladen, mit dem Ensemble die Schatzkiste zu öffnen und auf große Fahrt zu gehen. Mit an Bord ist Catarina Mahnke, die uns mit Ihrem Gitarrenspiel begleiten wird. Wir freuen uns sehr“, schreibt Daniel Intemann, der Vorsitzende des BAT.
Der Eintritt bei diesen Veranstaltungen ist frei! Spenden sind willkommen! Weitere Informationen unter www.bat-ensemble.de
Informationen zur Anfahrt:
Aufgrund einer zeitlichen Überschneidung findet die Veranstaltung nicht wie geplant im QFH, sondern im Gemeindehaus der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Michael, Martinsheidestraße statt. Dort haben vor einigen Wochen Straßenbauarbeiten begonnen. Die Parkplätze vor der Kirche können deshalb nicht angefahren werden. Für alle, die mit dem PKW anreisen, bestehen zwei Möglichkeiten, evtl. sogar drei zum Erreichen des Gemeindehauses.
1. Fahrt auf der Verdener Landstraße und weiter über die Auffahrt zur B 6 mit Linksabbiegen, um in der Prinzenstraße zu parken.
2. Treffpunkt Bushaltestelle Verdener Landstraße und Fußweg auf der gepunkten Linie zum Gemeindehaus. Ich komme um 15.15 Uhr zur Bushaltestelle, um Sie abzuholen.
3. Je nach Baufortschritt könnte es sein, dass Sie die Prinzenstraße auch über den Aldi-Kreisel, die Elisabethstraße, ein kurzes Stück Martinsheidestra0e, Spreckelsenstraße und Saarstraße erreichen können.
Wenn Sie mit dem Fahrrad kommen, können Sie ebenfalls über die gepunktete Linie das Gemeindehaus erreichen. Dort sind Fahrradparkplätze vorhanden.
Mit freundlichen Grüßen im Namen des Präsidiums der Historischen Gesellschaft Nienburg e.V.
Klaus Lünstedt, Thorsten Reinmold, Stefanie Duensing, Martin Wahl, Jil Boßmann, Jan Hegemann
Wissenswertes zum Nienburger Scheibenschießen
Lesung von Jil Boßmann
Warum heißt das älteste Nienburger Traditionsfest „Scheibenschießen“? Was hat es mit den blauen Fräcken der Offiziere und Unteroffiziere der Bürgerkompanien auf sich? Und von wem stammt eigentlich die Königskette mit dem silbernen Papageien? Die Antworten auf all diese Fragen gab es bei einer Veranstaltung der Historischen Gesellschaft zu Nienburg/Weser im Quaet-Faslem-Haus. Jil Boßmann trug aus ihrem 2025 erschienen Buch „Geschichte des Offizier- und Unteroffizier-Corps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg/Weser und Tradition des Scheibenschießens“ vor.
Die Worte Geschichte und Tradition auf dem Bucheinband sind größer gestaltet als die restlichen Worte. Und diese Hervorhebung hat einen guten Grund, wie die über 40 Zuhörer und Zuhörerinnen erfuhren. Als die Autorin beim Scheibenschießen 2021 mit ihrer Mutter begeistert den Ausmarsch verfolgte, sagte eine Passantin zu ihnen: „Das Scheibenschießen wird aussterben. Tradition und Geschichte reichen nicht aus, um das Scheibenschießen am Leben zu erhalten.“ „Ist dem wirklich so“, fragte sich Jil Boßmann. „Und was weiß ich eigentlich über die Geschichte des beliebten Volksfestes in Nienburg?“ Ihr Interesse war geweckt.
Rund zwei Wochen verbrachte die damals 23-Jährige im Nienburger Stadtarchiv, wälzte unzählige Akten und historische Dokumente. Entstanden ist daraus eine 13-seitige Hausarbeit. Davon erfuhr das Kommando des Offizier- und Unteroffizier-Corps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg/Weser und so erhielt die junge Lemkerin die Anfrage, ob sie nicht eine Chronik über die Geschichte des Scheibenschießens verfassen wollte. Zum 1.000-jährigen Stadtjubiläum 2025 sollte das Werk vorliegen. Jil sagte zu und hielt Wort.
Auf fast 300 Seiten zeichnet Jil Boßmann die Geschichte des Scheibenschießens nach. Seit dem Mittelalter wurde in Nienburg mit der Armbrust auf einen hölzernen Papagei geschossen. Bis heute erinnert ein kleiner silberner Papagei an der Königskette an die Ursprünge des Scheibenschießens. Die Figur hatte übrigens 1581 der Hoyaer Graf Otto der VIII. der Stadt als oberstem Dienstherrn der Bürgerkompanien geschenkt. Im Schnabel trägt der Papagei die Hoyaer Bärentatzen. Mit dem Tod Ottos des VIII. am 25. Februar 1582 fiel die Grafschaft dann an die Welfen.
Herzog Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg kam 1641 an die Macht. Er baute seine Armee und die Garnisonsstandorte wie Nienburg massiv aus. 1654 erließ der Herzog auch eine neue Verordnung für das Nienburger Scheibenschießen. Statt auf den Papageien wurde nun nämlich auf eine Scheibe geschossen – und zwar mit Gewehren. Es sollte sich fortan mehr um eine militärische Schießübung der beiden Bürgerkompanien der Stadt handeln, weniger um ein Volksfest. Die männlichen Bürger der Stadt hatten teilzunehmen. Die Mitglieder der Bürgerkompanien waren neben den in Nienburg stationierten Soldaten des Herzogs fest in das Verteidigungskonzept der befestigten Stadt eingebunden. Während der gesamten Dauer der Schießübung musste unbedingt und unter allen Umständen auf eine strikte Ordnung und Disziplin geachtet werden. Es durfte keinerlei Ausschweifungen oder Unruhe geben, so dass das Training in geordneten Bahnen verlaufen konnte. Für die Zeit nach dem Schießen stiftete der Herzog 10 Taler für die Bereitstellung von Freibier.
Christian Ludwig war es auch, der bestimmte, dass das Schießen vom dritten Pfingsttag auf einen Werktag verlegt wird. Nach der „Ordnung wie es beim Scheibenschießen solle gehalten werden“, die am 25. Juni 1674 in Kraft trat, dem Montag nach Johanni, wird noch heute geschossen. Und noch etwas hat seit 1654 Bestand: Den ersten Schuss des Wettbewerbs gibt stets der Bürgermeister der Stadt ab.
Eine wesentliche Änderung gab es Ende der 1830er Jahre. Der königlich hannoversche Baubeamte und I. Capitän Emanuel Bruno Quaet-Faslem entwarf eine neue, in blau gehaltene Uniform für das Offizier- und Unteroffizier-Corps. Die Fracks orientierten sich an preußischem Vorbild angelehnt an die königlich hannoversche Armee.
Wer weitere Einzelheiten über die bewegte Geschichte des Nienburger Scheibenschießens erfahren möchte, dem sei Jil Boßmanns Buch empfohlen. ISBN: 978-3-00-082557-6. Der Verkaufspreis beträgt symbolträchtige 16,54 Euro. Erhältlich auf Anfrage bei jil.bossmann@web.de
Unsere Termine und Veranstaltungen
Programm 2. Halbjahr 2026
14. Juni 2026, Dienstag 19:00 Uhr, Quaet-Faslem-Haus, Leinstr. 4
Jil Boßmann, M.A., Lemke
Lesung aus dem Buch "Geschichte des Offizier- und Unteroffizier-Corps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg Weser und Tradition des Scheibenschießens".
16. August 2026, Sonntag, Halbtägige Veranstaltung
Halbtagesfahrt nach Syke zum Gesseler Goldschatz
Besuch des Kreisheimatmuseums und anschließend Kaffee und Kuchen.
15. September 2026, Dienstag 16:00 Uhr, Verdener Landstr. 4
Besuch des Stadt- und Kreisarchivs Nienburg
Rundgang durch das Magazin, der Schatzkammer der Nienburger Geschichte. Erläuterung der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten im Archiv.
24. Oktober 2026, Samstag 16:00 Uhr, Gemeindehaus St. Michael, Martinsheidestraße 8, Nienburg
Bremer Amateurtheaters (BAT)
Lesung des Bremer Amateurtheaters (BAT) mit dem neuen Programm "Bremen.Hafen.Meer", Kaffee und Kuchen
15. November 2026, 20-jähriges Jubiläum der Historischen Gesellschaft Nienburg e.V.
Freuen Sie sich auf eine spannende Veranstaltung mit Rückblicken aus 20 Jahren und Grußwort unseres Bürgermeisters.
Weitere Informationen finden Sie zu gegebener Zeit auf unserer Homepage.
