Einladung

Dienstag, 24.01.2017, 19:00 Uhr, Quaet-Faslem-Haus,

Eckensteher, Guckkästner und Narren.

Der humoristische „Volksschriftsteller“ Adolf Glaßbrenner (1810-1876)

Dr. Olaf Briese, Berlin

Alle lieben den Humoristen Adolf Glaßbrenner, den literarischen Erfinder der Berliner Eckensteher. Woher diese Liebenswürdigkeit? Ganz einfach: Er ist der wohl bekannteste „Sozialromantiker“, den Berlin aufzuweisen hat. Er entwirft zwischen 1830 und 1850 gewollt eine Stadt ohne dampfende Fabrikschlote, aber mit gemütlich dampfenden Pfeifen, eine Stadt ohne das Dröhnen der Dampfmaschinen, allenfalls mit dem Dröhnen von Droschkenrädern. Glaßbrenner, und darin lag damals und liegt heute seine Faszination, erträumt für sich und für uns im Grunde vormoderne und letztlich anheimelnde Idyllen, in denen selbst der Pöbel, also die sog. Eckensteher, friedlich und gemütlich wirken.

Dennoch ist das politische Subversionspotential seiner Texte unübersehbar. Der Autor legt seinen Eckenstehern, Guckkästnern und Narren, teilweise im Berliner Dialekt, Ansichten in den Mund, die an den verknöcherten politischen Verhältnisse vor der Revolution 1848 indirekt und direkt rütteln: mit derber Komik einerseits und feinsinnigem Wortwitz andererseits. Der Vortrag stellt – konzentriert auf diese drei Figurentypen – Glaßbrenners Schaffen vor. Er lässt dabei auch die Texte selbst zu Wort kommen. Ausblickend fragt er nach der Rolle von literarischem Humor, von Komik und Satire heute.

Eckensteher

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Datum: 28.02.2017